Raucherkrankheiten
Krebserkrankungen
Nach einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes war das Lungenkarzinom im Jahr 2001 in Deutschland die häufigste tumorbedingte Todesursache bei Männern und die dritthäufigste (nach Brust- und Dickdarmkrebs) bei Frauen. Insgesamt war das Lungenkarzinom bei Männern auf Platz 3 der Todesursachen und bei Frauen auf Platz 7.
Häufigste Ursache: Das Rauchen
Die ständige Schädigung der Bronchien durch das Rauchen steigert das Risiko an einem Lungenkarzinom zu erkranken. Der Zigarettenrauch bzw. die darin enthaltenen Stoffe schädigen die Schleimhaut und können damit zur Degeneration der Schleimhautzellen führen. Rund 16% aller Männer und 9% aller Frauen, die rauchen, erkranken an Lungenkrebs. Rund 75% der Lungentumore sind auf das Rauchen zurückzuführen
Verdoppeln der Zigaretten pro Tag: doppeltes Risiko an Krebs zu erkranken
Verdoppeln des Raucher-Zeitraumes (z.B. 10 statt 5 Jahre): 6-faches Risiko
Bluthochdruck
Hauptursachen: Bewegungsmangel, Übergewicht, Stress
Viele Raucher leiden durch ihre Sucht an Kurzatmigkeit, was Bewegungsmangel und damit auch Übergewicht zur Folge hat. Somit sind durch die Nikotinsucht bereits die Hauptfaktoren für Bluthochdruck gegeben.
Herzinfarkt
Während der Lungenkrebs erst nach zwanzig bis dreißig Raucherjahren seine "Blütezeit" hat, schädigt das Rauchen bei jungen Leuten in erster Linie das Herz. Englische Wissenschaftler befragten in einer umfangreichen Studie 14.000 Infarktpatienten und 33.000 Vergleichspersonen nach ihren Rauchgewohnheiten und fanden heraus: In der Altersgruppe zwischen 30 und 39 Jahren ist das Infarktrisiko eines Rauchers mehr als sechsmal so hoch wie das eines Nichtrauchers. Insgesamt lassen sich bei den 30- bis 49jährigen vier Fünftel aller Herzinfarkte auf den Zigarettenkonsum zurückführen. Weil mit zunehmendem Alter auch andere durch Rauchen verursachte Krankheiten gewichtiger werden, sinkt die Zahl der Herzinfarkte bei den 60- bis 79jährigen auf "nur" noch die Hälfte.
(6.1.96) Mainzer Rhein Zeitung
Raucherbein
Eine krankhafte Verengung an den Arterien der Extremitäten wird als periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) bezeichnet. Diese Verengungen der Beinarterien führen zu Durchblutungsstörungen und zwingen die Betroffenen zu Gehpausen (daher auch "Schaufensterkrankheit"). Die Hauptursache der pAVK ist die Arteriosklerose (zu 90%). Etwa bei 10% der an pAVK Erkrankten führt die Krankheit zu Amputationen. Über 90% aller Amputationen in Deutschland werden an Rauchern durchgeführt.
Schlaganfall
Entweder verengen sich die Blutgefäße im Gehirn oder verschließen ganz durch Arteriosklerose oder angeschwemmte Blutpfropfen. In beiden Fällen wird ein bestimmter Teil des Gehirns schlechter durchblutet. Dadurch werden die Gehirnzellen nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt und sterben ab. Die im Infarktbereich enthaltenen Blutgefäße können undicht werden.
Die Arteriosklerose
(die Verengung und Verhärtung von Arterien durch Ablagerungen an den Innenwänden = "Gefäßverkalkung") ist zu mehr als 90 Prozent die Ursache der pAVK. Rauchen ist ein Hauptrisikofaktor für die Entstehung der Arteriosklerose. Raucher bekommen dreimal häufiger Durchblutungsstörungen als Nichtraucher. Weitere Ursachen für die Arteriosklerose sind: Bluthochdruck, erhöhter Cholesterinspiegel, Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).
Chronische Bronchitis
Durch den Teer, der beim Rauchen aufgenommen wird, verkleben die Flimmerhärchen der Bronchien und der Luftröhre. Dadurch wird deren Reinigungsmechanismus stark beeinträchtigt bzw. lahm gelegt. So können sich Fremdstoffe festsetzen und die Grundlage für Viren und Bakterien bilden. Der Körper versucht nun durch abhusten die Schadstoffe zu entfernen (= Raucherhusten). Sind die Atemwege durch das Rauchen fortwährend gereizt oder entzündet entsteht die chronische Bronchitis (Husten, übermäßige Schleimproduktion (Auswurf), Kurzatmigkeit, (jeweils mit der Zeit stärker werdend).
Lungenblähung (Emphysem)
Die Lungenblähung kann durch eine chronische Bronchitis ausgelöst werden. Im weiteren Verlauf wird jeder Atemzug zur Qual, da beim Ausatmen nicht der gesamte verbrauchte Sauerstoff aus der Lunge abtransportiert wird. Die einzelnen Lungenbläschen werden nicht mehr vollständig entleert, vergrößern sich und können platzen. Das Lungengewebe bläht sich immer weiter auf (Lungenblähung), die Anzahl der funktionierenden Lungenbläschen sinkt ständig. Die Atmung muss deshalb stark beschleunigt werden, um eine ausreichende Menge Sauerstoff aufzunehmen.
Asthma
In Deutschland leiden über vier Millionen Menschen an Asthma. Besonders gefährdet sind Raucher und deren Familien durch Passivrauchen. Asthma ist eine Überempfindlichkeit des Lungen- und Bronchialsystems auf Reize, (z.B. Rauchen). Die Bronchien verengen sich und die Schleimhaut schwillt an. Durch die Schleimproduktion können die Flimmerhärchen Fremdkörper (z.B. Teer) nicht mehr gänzlich abtransportieren. Laut Prof. Dr. Carl Peter Bauer (Gesellschaft für Pädiatrische Allergologie und Umweltmedizin e. V.) ist Zigarettenrauch in der elterlichen Wohnung die häufigste Ursache für Kinderasthma
COPD (chronic obstruktive pulmonary disease)
ist keine eigene Krankheit sondern besteht aus chronischer Bronchitis in Verbindung mit Lungenblähung (Emphysem). 90% aller COPD-Patienten sind Raucher oder ehemalige Raucher. Das Voranschreiten der Krankheit hängt vor allem davon ab, wie viel und wie lange der Einzelne raucht. Symptome: Atemnot, heftiger Husten mit Auswurf, im schwersten Stadium vergrößert sich die rechte Herzhälfte mit stark geschwächter Leistung. Laut WHO ist die COPD die viert häufigste Todesursache weltweit. In Deutschland lag sie an siebenter Stelle der Todesursachen (Statistisches Bundesamt). Zurzeit sind in Deutschland rund fünf Millionen Menschen betroffen.
Alzheimer
Der Konsum von Nikotin und Alkohol kann schneller zur Alzheimer-Krankheit führen. Das fanden jetzt Wissenschaftler am neurologischen Institut der Boston University School of Medicine (USA) heraus. Eine erste Untersuchung unter der Leitung von Dr. Lindsay Farrer an 829 Versuchspersonen von 35 bis 90 Jahren (Altersdurchschnitt 70 Jahre) in den USA, Kanada und Deutschland zeigte, dass Patienten in jedem Fall eher an Alzheimer erkranken, wenn sie rauchen.
(11.1.96) Berliner Morgenpost
Wechseljahre
Raucherinnen kommen mit jeder Zigarette einen Schritt näher an die Wechseljahre. Wer regelmäßig raucht, zieht die Menopause um bis zu fünf Jahre vor. Die Ablagerungen des Nikotins verstopfen die Blutgefäße zu den Eierstöcken, die dann schlechter durchblutet werden und ihre Arbeit bei Raucherinnen früher einstellen als bei nichtrauchenden Frauen.
Allgemein
Der Allgemeine Gesundheitszustand verschlechtert sich
- Z.B. Treppensteigen fällt Rauchern schwerer, d.h. Raucher kommen schneller aus der Puste als Nichtraucher
- Raucher benötigen einen höheren Vitaminbedarf
- Durch das Rauchen verschlechtern sich Geruchs- und Geschmackssinn
- Diverse Krankheitsbilder werden durch das Rauchen verschlechtert bzw. die Heilung verlangsamt.
Quelle:
(Deutsche Atemwegsliga; New England Journal of Medicine, March 2004, Nationale Versorgungs-Leitlinie COPD; Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Angiologie - Gesellschaft für Gefäßmedizin)