Rauchen am Arbeitsplatz
Beim Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz sind sich alle einig, egal ob Bürostuhl mit Wirbelsäulenunterstützung oder ergonomische Tastatur etc., die große Ausnahme ist das Rauchen am Arbeitsplatz.
Einerseits gibt es die Raucher, die auf ihre Sucht nicht verzichten wollen oder können, andererseits haben die Nichtraucher ein Recht, nicht von den Rauchern belästigt bzw. in ihrer Gesundheit beeinträchtigt zu werden (siehe Passivrauchen).
 | Arbeitsrechtlich ist der Schutz der Nichtraucher vorm Rauchen eher Auslegungssache. Zumindest Schwangere sind eindeutig geschützt (siehe Passivrauchen; Rauchen in der Schwangerschaft). Hier besteht für den Arbeitgeber die Verpflichtung auf einen absolut rauchfreien Arbeitsplatz. Für alle anderen gilt: Rauchen ist dann erlaubt, wenn für eine ausreichende Be- und Entlüftung gesorgt ist, die vor den Auswirkungen des Rauchens schützt. Wer schon mal ein Raucher-Büro betreten hat, weis, wie sinnlos selbst das Lüften für eine ganze Stunde ist. Der Rauch haftet sich an alle Oberflächen, an alle Kleidungsstücke und kurz nach dem Lüften riecht es wieder wie zuvor. Und überall da, wo es nach Rauch riecht, haben Sie auch die Schadstoffe noch in der Luft. |
Dabei müssten die Betriebe Nichtraucher viel mehr unterstützen bzw. den Rauchern Anreize geben, mit dem Rauchen aufzuhören:
Es gibt zahlreiche Gutachten darüber, dass Raucher öfter und länger krank sind, weniger leistungsfähig sind und sich die leidigen Zigarettenpausen im Jahr zu ganzen Urlaubswochen summieren.
Beispiel: Ein Raucher geht täglich dreimal "eine rauchen". Drei mal fünf Minuten täglich Minimum Arbeitsausfall, ein kleines Schwätzchen mit anderen Rauchern ergeben zusammen ca. 20 Minuten Ausfall. Das ergibt ca. 65 STUNDEN pro Jahr, die ein Raucher weniger arbeitet. Und wenn er arbeitet, leistet er weniger.
Hinzu kommen noch die Krankheiten, die nicht nur mit dem Rauchen sondern auch durch das Passivrauchen entstehen.
Und weil das noch nicht reicht, entstehen fast zwangsläufig die ewigen Streitereien zwischen Raucher und Nichtraucher über die "dicke Luft".
Der eine leistet weniger weil es ihm "stinkt", der andere weil er auf seine geliebte Sucht verzichten soll. Das Betriebsklima verschlechtert sich möglicherweise und wirkt so nochmals motivationshemmend auf Raucher wie auf Nichtraucher.
Freilich wäre es ideal, aus allen Rauchern Nichtraucher zu machen. In der Realität wird es immer zwei Fronten geben. Eine Generallösung gibt es nicht.
In kleinen Betrieben wird man sich absprechen müssen, für größere ist das eine (permanente) Aufgabe für den Betriebsrat.
Langfristig ist es wohl für alle Betriebe sowohl wirtschaftlich als auch aus ihrer sozialen Verantwortung heraus sinnvoll, Rauchern beim Aufhören durch gezielte Aktionen (siehe Nichtraucher Firmen) zu unterstützen.