Allen Carr Nichtraucherseminar

Startseite -> Tipps und Infos -> Prävention

Prävention

Tabaksteuererhöhung

Steuererhöhungen sind das wirksamste Mittel der Zigarettenprävention. Insbesondere die von der Tabakindustrie ins Visier genommenen Kinder und Jugendlichen werden durch höhere Steuern von einem Einstieg in das Rauchen abgehalten, der dramatische Anstieg der Zahl der Raucher bei Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren damit abgebremst.

tabaksteuer

So stieg die Quote der Raucher bei 12- bis 17-jährigen allein in den neuen Bundes-ländern von 19 Prozent im Jahr 1993 auf 34 Prozent im Jahr 1997. Kinder und Jugendliche beginnen immer früher mit dem Rauchen, und der Einstieg in den Zigarettenkonsum erfolgt häufig schon ab dem neunten Lebensjahr. Im Alter von 14 Jahren sind schon sieben Prozent der Jugendlichen manifest nikotinabhängig. Annähernd 70 Prozent aller 15-jährigen haben im letzten Jahr ein Tabakprodukt ausprobiert. Bereits über ein Viertel aller 15-jährigen raucht regelmäßig. Kinder und Jugendliche schränken auf Preiserhöhung von Tabakprodukten ihren Konsum überproportional ein. Die zur Sucht führende Einstiegsentscheidung kann somit über die Preishöhe von Zigaretten entscheidend beeinflusst werden. Die Erhöhung der Tabaksteuer ist damit wesentlich eine Maßnahme des Jugendschutzes vor späterer Krankheit und frühem Tod.

Handlungsvorschläge:

  • Kontinuierliche Erhöhung der Tabaksteuern als zentraler Baustein eines umfassenden Tabak - Kontrollprogramms
  • Erhöhung der Tabaksteuern nach folgendem Modell: Deutliche erstmalige Erhöhung, danach kontinuierliche weitere Anhebungen
  • Anhebung des mengenbezogenen Steuersatzes
  • Jährliche Anpassung der Tabaksteuern an die Einkommensentwicklung und den Verbraucherpreisindex
  • Anpassung der Steuersätze für andere Tabak-Erzeugnisse wie Zigarren, Feinschnitt u.ä., entsprechend der Tabaksteuer für Zigaretten, um eine Konsumverlagerung auf billigere Alternativen zu verhindern
  • Entnahme eines Geldbetrages aus dem Tabaksteueraufkommen für die Finanzierung weiterer Maßnahmen der Tabakkontrolle
  • Einbettung der Steuererhöhungen in weitere Maßnahmen zur Verringerung des Tabakkonsums, insbesondere flankiert durch die effektive Bekämpfung des Zigarettenschmuggels

Verbot von Tabakwerbung und Sponsoring

Die dramatische Steigerung der Anzahl der Raucher bei 12- bis 17-jährigen in den neuen Bundesländern steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Einführung von Zigarettenwerbung nach der Vereinigung. Die Einführung einer im Ausland erfolgreichen Gegenwerbung wäre ein Schutz der Kinder und Jugendlichen vor der Werbeverführung der Industrie.
Kinder und Jugendliche sind für Zigarettenwerbung ungleich stärker empfänglich als Erwachsene und können der Anziehungskraft und den Verlockungen von Werbekampagnen weniger Widerstand entgegensetzen. Tabakwerbung unterminiert den positiven Erziehungseinfluss von Eltern, ihre Kinder vom Beginn an vom Rauchen abzuhalten.

Durch ein umfassendes Werbeverbot, das alle Medien sowie sämtliche Formen und Mittel der direkten und indirekten Werbung und des Sponsorings einschließt, kann der Tabakkonsum in der Bevölkerung deutlich gesenkt werden. Dies zeigte eine im Auftrag der Weltbank durchgeführte Untersuchung. Im Verlauf von zehn Jahren verringerte sich der Pro-Kopf-Verbrauch an Zigaretten in Ländern mit einem umfassenden Werbeverbot deutlicher als in Staaten, in denen es kein Werbeverbot für Tabakprodukte gab. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass die Einführung eines Tabakwerbeverbotes häufig in weitere Maßnahmen zur Prävention des Rauchens eingebunden ist.

Schaffung einer rauchfreien Umgebung

Rauchfreie Arbeitsplätze haben eine deutliche Auswirkung auf den Zigarettenkonsum der Mitarbeiter. Für die USA wurde errechnet, dass der kombinierte Effekt der Konsumbeendigung und der Konsumreduktion den Tabakkonsum um 29% pro Mitarbeiter verringert. Um einen ähnlichen Effekt über die Tabaksteuer zu erzielen, müsste diese deutlich angehoben werden, in den USA um 73%.

Die Schaffung vollkommen rauchfreier Arbeitsplätze führt im Vergleich zu Arbeits-plätzen, die nur teilweise rauchfrei sind, zu einem doppelt so großen Rückgang des Tabakkonsums der Mitarbeiter. Bei starken Rauchern sind die beobachteten Konsumreduktionen deutlicher ausgeprägt. Dies ist von Bedeutung, da starke Raucher im Vergleich zu weniger stark Rauchenden einem besonders hohen Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind.

rauchfrei

Eine rauchfreie Arbeitsumgebung erhöht die Anzahl erfolgreicher Entwöhnungs-versuche, weil sie die Aufrechterhaltung der Tabakabstinenz erleichtert. Über die Schaffung rauchfreier Arbeitsplätze kann somit auch die unfreiwillige Exposition gegenüber Tabakrauch in der Privatsphäre verringert werden. Die Einführung rauchfreier Arbeitsplätze lohnt sich für Arbeitgeber in mehrfacher Hinsicht, da rauchende Mitarbeiter durch erhöhte Fehlzeiten, verminderte Produktivität, erhöhte Reinigungskosten, Instandhaltung und Belüftung u.v.m. beträchtliche Kosten verursachen.
Rauchende Mitarbeiter schneiden bezüglich ihrer Arbeitseffizienz schlechter ab als ihre nichtrauchenden Kollegen. Bei Ex-Rauchern fällt die Arbeitsproduktivität nach dem Aufhören zunächst noch weiter ab, übersteigt aber bereits nach einem Jahr die Produktivität der Raucher. Die Produktivität der Ex-Raucher nähert sich derjenigen der Nichtraucher an, je länger der Rauchstopp zurück liegt.
Rauchfreie Arbeitsplätze leisten einen wesentlichen Beitrag zu der Gesamtreduktion des Tabakkonsums in der Bevölkerung. In Australien wird der Beitrag rauchfreier Arbeitsplätze zu der zwischen den Jahren 1988 und 1995 eingetretenen Reduktion des Tabakkonsums auf 22% beziffert, in den USA für die Jahre 1988 bis 1994 auf 13%. Allein in Kalifornien wird der auf rauchfreie Arbeitsplätze zurückzuführende Rückgang des Zigarettenkonsums auf 150 Millionen Zigarettenschachteln pro Jahr geschätzt.

Schulische Prävention

  • Flächendeckende Einführung schulischer Maßnahmen der Tabakprävention, die durch wissenschaftliche Untersuchungen als wirkungsvoll bewertet wurden, als ein Baustein eines umfassenden Programms der Tabakprävention
  • Unterrichtsgestützte Tabakprävention, die auf aktuell gültigen Präventionskonzepten beruht, sollte sich durch die gesamte Schulzeit ziehen
  • Da das Rauchen nur eine von mehreren Risikoverhaltensweisen ist, bietet es sich an, die Tabakprävention in ein umfassendes Programm der schulischen Gesundheitsförderung einzubinden
  • Qualifikation von Lehrern für die unterrichtsgestützte Tabakprävention
  • Die Gestaltung und Umsetzung eines schulischen Gesamtkonzepts sollte von Schülern, Lehrern und Eltern mitgestaltet werden
  • Schulische Rauchverbote sollten sich nicht, wie bisher, auf die Zielsetzung des Schutzes vor Passivrauchen beschränken, sondern weitere Zielsetzungen der Tabakkontrolle beinhalten, nämlich den Einstieg in den Tabakkonsum zu verhindern sowie den Ausstieg zu erleichtern
  • Rauchverbote auf dem Schulgelände sollten gleichermaßen für Schüler, Lehrer und das gesamte Schulpersonal sowie für Besucher gelten, einschließlich schulischer Veranstaltungen, die außerhalb des Schulgeländes durchgeführt werden
  • Unterstützung von Entwöhnungsversuchen rauchender Schüler und des Schulpersonals durch Koppelung schulischer Angebote mit bestehenden jugendspezifischen Entwöhnungsangeboten
  • Erlass von Leitlinien durch die Kultusbehörden der Länder mit dem Inhalt, dass Aus- und Fortbildungseinrichtungen jegliche Spenden der Tabakindustrie bzw. finanzielle Zuwendungen von Institutionen, die durch die Tabakindustrie finanziert werden, abzulehnen haben sowie mit diesen keine Veranstaltungen ausrichten dürfen

Quelle:
(Handelsblatt vom 04.12.01; Nr. 234
Deutsches Krebsforschungszentrum (2002): Erhöhung der Tabaksteuern.
Deutsches Krebsforschungszentrum (2002): Verbot von Tabakwerbung und Sponsoring.
Deutsches Krebsforschungszentrum (2002): Schaffung einer rauchfreien Umwelt.
Deutsches Krebsforschungszentrum (2002): Schulische Tabakprävention. Auszug aus den Handlungsempfehlungen für eine wirksame Tabakkontrollpolitik in Deutschland. DKFZ, Heidelberg)

Allen Carr Nichtraucherseminar